Bußgeldbescheid: Einspruch richtig einlegen
Was ist ein Bußgeldbescheid?
Ein Bußgeldbescheid ist ein offizieller Bescheid der Bußgeldstelle. Er wird ausgestellt wenn eine Ordnungswidrigkeit festgestellt wurde — meist im Straßenverkehr (Geschwindigkeit, Rotlicht, Parken).
Was steht im Bußgeldbescheid?
- Tatvorwurf (was dir vorgeworfen wird)
- Tatzeit und Tatort
- Beweismittel (z.B. Blitzerfoto)
- Bußgeld-Betrag
- Punkte in Flensburg (falls zutreffend)
- Fahrverbot (falls zutreffend)
- Rechtsmittelbelehrung mit Frist
Die wichtigste Frist: 2 Wochen
Du hast genau 14 Tage ab Zustellung für den Einspruch. Danach wird der Bescheid rechtskräftig und du musst zahlen.
Wann lohnt sich ein Einspruch?
- Du warst nicht der Fahrer
- Das Blitzerfoto ist nicht eindeutig (Person nicht erkennbar)
- Messfehler vermutet (falsches Messgerät, nicht geeicht)
- Beschilderung war unklar oder nicht sichtbar
- Formale Fehler im Bescheid
Wann lohnt sich ein Einspruch eher nicht?
- Du warst eindeutig der Fahrer und zu schnell
- Das Bußgeld ist gering (unter 60€)
- Ein Anwalt würde mehr kosten als das Bußgeld
Einspruch einlegen — so geht's
Per Brief (empfohlen)
An: [Bußgeldstelle, Adresse aus dem Bescheid]
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Betreff: Einspruch gegen Bußgeldbescheid
Aktenzeichen: [aus dem Bescheid]
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Sehr geehrte Damen und Herren,
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gegen den Bußgeldbescheid vom [Datum] mit dem Aktenzeichen [Nr.] lege ich hiermit fristgerecht Einspruch ein.
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Begründung: [Grund angeben oder "Die Begründung reiche ich nach anwaltlicher Beratung nach."]
>
Mit freundlichen Grüßen
Per Fax
- Faxnummer steht im Bescheid
- Sendebericht aufbewahren als Nachweis
Was passiert nach dem Einspruch?
1. Bußgeldstelle prüft den Einspruch
2. Mögliche Ergebnisse:
- Einstellung des Verfahrens (du gewinnst)
- Reduzierung des Bußgelds
- Abgabe an das Amtsgericht (Hauptverhandlung)
3. Bei Gericht: Urteil, das höher oder niedriger ausfallen kann
Kosten
- Einspruch selbst: Kostenlos
- Anwalt: 200-500€ je nach Fall
- Verfahrenskosten bei Gericht: Ab ca. 75€
- Tipp: Rechtsschutzversicherung prüfen