Kündigung vom Vermieter — deine Rechte & Fristen
Wann darf der Vermieter kündigen?
Ein Vermieter braucht immer einen gesetzlich anerkannten Grund (§ 573 BGB):
Zulässige Gründe
- Eigenbedarf: Vermieter oder nahe Angehörige brauchen die Wohnung selbst
- Erhebliche Vertragsverletzung: Wiederholte Nicht-Zahlung, massive Störung
- Verwertungskündigung: Wirtschaftliche Verwertung (hohe Hürden)
Unzulässige Gründe
- Wunsch nach höherer Miete
- Geplanter Verkauf der Wohnung (mit bestehendem Mietvertrag)
- Persönliche Antipathie
Kündigungsfristen
| Mietdauer | Kündigungsfrist |
| Bis 5 Jahre | 3 Monate |
| 5-8 Jahre | 6 Monate |
| Über 8 Jahre | 9 Monate |
Die Frist beginnt am 3. Werktag des Monats und endet zum Monatsende.
Formale Anforderungen
Eine wirksame Kündigung muss:
- Schriftlich erfolgen (Brief, nicht E-Mail)
- An alle Mieter adressiert sein
- Den konkreten Grund nennen
- Die korrekte Frist einhalten
- Von allen Vermietern unterschrieben sein
Was kannst du tun?
1. Kündigung prüfen: Sind alle formalen Anforderungen erfüllt?
2. Fristen berechnen: Stimmt die Kündigungsfrist?
3. Grund hinterfragen: Ist der Grund glaubhaft und berechtigt?
4. Widerspruch einlegen (§ 574 BGB): Bei besonderer Härte (Alter, Krankheit, Schwangerschaft, keine Alternativwohnung)
5. Mieterverein kontaktieren: Rechtsberatung für Mitglieder
6. Frist: Widerspruch spätestens 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist
Sonderfall: Fristlose Kündigung
Möglich bei:
- Mietrückstand von 2 Monaten
- Massive Vertragsverletzung
- Straftaten gegen den Vermieter
Aber: Auch hier gelten strenge Regeln. Zahlung innerhalb von 2 Monaten nach Zustellung der Räumungsklage heilt den Rückstand (Schonfrist).